Historisches


- Geschichte eines Nordseeheilbades -

Im Jahre 1140 wurde Büsum erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit war Büsum (Bivsne) noch eine Insel vor der Küste Dithmarschens. Bei schweren Sturmfluten, die die Nordseeküste immer wieder ereilten, schwemmte der "blanke Hans" der Insel neues Land zu, andererseits spülte er aber auch große Teile der Insel weg, bis Büsum ans Festland herangewachsen war.

Die Küstenbewohner begannen in jener Zeit ihr Land und sich durch Deiche zu schützen. Um sie in ihrer schwierigen Aufgabe zu unterstützen, wurde das Deichrecht (welches vornehmlich die Organisation und die Finanzierung des Deichbaus beinhaltete) an diesem Küstenabschnitt bei Büsum, im Jahre 1455, geschaffen, welches damit das älteste in ganz Dithmarschen ist. Der Deichbau war somit eine Gemeinschaftsaufgabe, an der sich alle arbeitsfähigen Küstenbewohner zu beteiligen hatten, unabhängig ihres Standes. Frei dem Motto: "Wer nicht will deichen, der muß von der Küste weichen!".

Die Deiche die errichtet wurden, konnten zwar Land und Leute vor so manchen Überschwemmungen bewahren, trotzdem gab es immer wieder verheerende Sturmfluten, die die Deiche durchdringen und schwer beschädigen konnten, und welche die dort lebenden Menschen um Hab und Gut brachten, oftmals auch um ihr Leben, wie bei der Weihnachtsflut im Jahre 1717, als die gesamte Marsch überflutet wurde und das Dorf Werven vor Büsum vollständig unterging. An der Nordseeküste ertranken bei dieser katastrophalen Flut etwa 11.000 Menschen.

In der ältesten uns bekannten Urkunde, aus dem Jahre 1140, in der Büsum zum erstenmal erwähnt wurde, wird auch vermerkt, das Bivsne (Büsum) eine kirchliche Gemeinde (Kirchspiel) ist und das dem Hamburger Domkapital Nutzungsrechte über diese Insel verliehen wurde. Diese Urkunde stammt aus einer Zeit, wo die Dithmarscher gegen die Herrschaft der Stader Grafen rebellierten und in welcher an der Ostsee die Hansestadt Lübeck gegründet wurde, die durch ihre hervorragende geographische Lage sich schnellstens entwickeln konnte. Es war auch die Zeit der Hanse, in der Büsumer Seeräuber aus Hamburg kommende Handelsschiffe überfielen, um ihr kärgliches und ärmliches Leben aufzubessern. Die Landgewinnung und die immer weiter folgenden Eindeichungen konnten die kargen Ernteerträge (aufgrund des meersandigen Bodens) nur geringfügig verbessern. Außer der Landwirtschaft blieb meistens nur die erschwerliche Fischerei zum Lebenserhalt übrig. Seuchen, strenge Winter, Sturmfluten und die Mäuseplage erschwerten ihre Lebenslage beträchtlich. Krankheiten und früher Tod waren oft die Folge. Als gar die Pest im Jahre 1506 wütete, starben hierdurch alleine 600 Menschen an diesem Küstenabschnitt.

Im Jahre 1452 wurde Österdeichstrich (früher Nien Koeg) und 1575 Westerdeichstrich (vormals Grovenkoog) eingedeicht.

Es folgten 1585 die Eindeichung des Wardammkoogs von Reinsbüttel nach Büsum, mit der die noch damalige Insel Buzen (Büsum) ans Festland heranwuchs. Nach dieser Eindeichung folgten Stinteck und Nordgrovenkoog im Jahre 1611, dann 1696 Hedwigenkoog und 1714 Friedrichsgabekoog. Nicht nur der Ort Büsum änderte sich im Laufe der Zeiten, sondern auch sein Name. So hieß Büsum einst Bivsne (1140), dann Busin (1208), dann Busen (1281), sowie noch Buzen (1447) und später dann folgte erst der Name Büsum, der bis in die heutige Zeit uns erhalten blieb.

Während Büsum über viele Jahrhunderte zu Dänemark gehörte, und zwar seit der Eroberung Dithmarschens 1559 durch die Dänen und Holsteiner, wurde 1867 Dithmarschen wieder von Dänemark losgelöst. Dies geschah in unmittelbarer Folge, nachdem 1864 Schleswig-Holstein sich im deutsch-dänischen Krieg endgültig von Dänemark befreien und sich Preußen anschließen konnte, womit es nun zum Deutschen Bund gehörte. Norddeutschland hatte damit eine wechselvolle Geschichte abgeschlossen, bei der die Dänen zuvor lange Zeit das Land regierten.

Im Jahre 1878 wurde in Büsum eine Petroleumlampe an einem Pfahl auf dem Deich befestigt. Dieser stand am Haupteingang zum Strand. Es war der Anfang des Leuchtfeuers an der Hafeneinfahrt.

Während 1878 noch Petroleumlampen Licht in Büsum als Straßenbeleuchtung abwarfen und Öl für die Lampen dieser Welt gebraucht wurden, brachte im Jahre 1900 ein Herr Gehre aus Düsseldorf-Rath die elektrische Straßenbeleuchtung nach Büsum. Auch das Leuchtfeuer sollte zukünftig mit elektrische Energie gespeist werden. 1912/13 wurde dann der Leuchtturm, der heute ein Wahrzeichen Büsums ist, gebaut. 55 Tonnen gußeiserne Platten fanden hier ihre Verwendung. Der Leuchtturm wurde 25,50 m hoch. Sein Leuchtfeuer, welches noch heute den Seeleuten ihren Weg weist, ist bis 31,5 km weit zu sehen. In dieser Zeit um 1900 begann sich auch ein regelmäßiger Seebäderverkehr von Büsum nach Helgoland zu entwickeln - und nicht zu vergessen, das fröhliche Wattenlaufen mit Musik und Tanz wurde eingeführt. 2250 Bewohner zählte nun schon der Ort. Die ersten Strandkörbe standen bereits auf dem Deich, welcher wenige Jahre zuvor (1878) erfunden wurde.

Der Schiffszimmermann Albers begann im Jahre 1902 mit der Reparatur von Kuttern. Dies war der Anfang einer erfolgreichen aber auch leidvollen Geschichte der Büsumer Werft. Nachdem im Jahr 1921 das wirtschaftliche Ende für Albers kam, wurde die Werft von "Krämer-Vagt- und Beckmann" weitergeführt. 1926 wurde die Werftanlage verlegt um größere Neubauten in Auftrag nehmen zu können. Die alte Werft wurde dann 1927 abgerissen. Auf der neuen Werft wurde im gleichen Jahr die "Feuerland" getauft, welches als Expeditionsschiff den Weg über den Atlantik bevorstand, und das 25jährige Bestehen der Werft mit dem damaligen Gründer H. Albers gefeiert. Doch wenige Jahre darauf, 1930, mußte auch diese Werft Konkurs anmelden.

Im Jahre 1932 konnte die Werft von einem neuen Besitzer übernommen werden, aber nach zwei weiteren Jahren, mußte auch der neue Besitzer wieder aufgeben, obwohl zu dieser Zeit mit über 130 Fischkuttern ein Höhepunkt im Büsumer Fischereibetrieb erreicht wurde (heute sind es leider keine dreißig Kutter mehr, die auf Fisch- und Krabbenfang gehen). 1936 wurde die Werft abermals einem neuen Besitzer übergeben - an Wilhelm Sielaff. Mit den Bau von Rennkajas für die Olympiade 1936 wurde ein guter neuer und populärer Anfang gemacht. Die bekannte Schiffsschmiede Blohm&Voss aus Hamburg baute später eine große Werkshalle hinzu, um dort U-Boot-Türme bauen zu können, denn der leidvolle 2. Weltkrieg hatte inzwischen begonnen. Nach dem Krieg diente die Halle dem Schiffsbau noch weiter und so lief 1950 die "Gretchen Vollmers" vom Stapel - mit 296 BRT. Um noch größere Schiffe bauen zu können, wurde die Werft 1957 abermals verlegt. Nun waren Küstenmotorschiffe bis 800 BRT möglich. 1961 konnte wieder ein 25jähriges Bestehen gefeiert werden, der "Büsumer-Schiffs-Werft W. & E. Sielaff". Zwei Jahre später wurde die Werft aus Altersgründen einem neuen Besitzer übergeben - der Harmstorf-Gruppe. Um wiedermals noch größere Schiffe als bisher bauen zu können, wurde 1978 mit dem Bau eines neues Sperrwerks begonnen, welches sich bislang als Nadelöhr erwiesen hatte. 1982 war das Sperrwerk fertiggestellt und die Büsumer Werft erhielt viele neue und imposante Aufträge. Es konnten jetzt Schiffe mit bis zu 8000 BRT gebaut werden. Doch 1986 verloren alle 450 Werftarbeiter ihre Arbeit, als die Harmstorf-Gruppe in Büsum ihren Werftbetrieb einstellte, weil die Konkurrenz aus Übersee preiswertere Schiffe bauen konnte und die Büsumer Werft somit nicht mehr rentabel war. Danach wurden zwar noch immer kleinere Reparaturaufträge in Büsum auf der Werft durchgeführt, von wechselnden neuen Besitzern, aber die glorreiche Zeit der großen Schiffswerft in Büsum war vorbei. Vielleicht, ja wagen wir es zu hoffen, vielleicht kommt sie später einmal wieder.

Die Anfänge Büsums als Nordseeheilbad lassen sich bis ins Jahr 1818 zurückverfolgen. In jener Zeit gehörte Büsum noch zu Dänemark und der französische Kaiser Napoleon führte seine verheerenden Kriege in Europa. Die 700 Einwohner von Büsum lebten damals in großer Not und Armut. Der Kirchspielsvogt Claus Bruer, welcher Landwirtschaft betrieb und eine Mühle unterhielt, ließ in jener Zeit einen Badekarren am Ufer aufstellen, welcher mit einer Seilwinde ins Wasser gelassen wurde. Doch mit dieser Art von Seebad konnten sich damals nicht allzuviele Menschen anfreunden. Erst als der neue Kirchspielsvogt Boysen im Jahre 1828 das Seebad in Angriff nahm und feste Badehäuschen am Ufer errichtete, kamen die ersten Badegäste nach Büsum. Allerdings erst mit dem Datum "1837" wurde das Gründungsjahr des Bades festgesetzt, weil man 1956 einen Artikel in der "Dithmarsischen Zeitung" über das Seebad Büsum fand. Bereits 1883 gab es das erste Meerwasserwarmbad in Büsum, wenn auch zu Anfangs noch in Badewannen. Neben der Körperpflege war dies sicherlich ein gesellschaftliches Vergnügen, ein Ort des Plauderns und des Nachrichtenaustauschens. Dieses vorerst als Privatunternehmen gegründete Meerwasserwarmbad wurde 1989 in eine Badeanstalt umgewandelt und 1896 von der Gemeinde Büsum übernommen, welche 1967 das Meerwasserwellenschwimmbad (welches heute "Wellarium" heißt) errichten ließ.

Um auch Gästen die Reise nach Büsum ermöglichen zu können, denen kein Auto zur Verfügung stand, wurde 1883 ein Eisenbahnanschluß nach Büsum gelegt und der Ort konnte sich rühmen, das erste Seebad in Deutschland mit einem Eisenbahnanschluß und -bahnhof zu sein. 1949 war es dann soweit, Büsum wurde vom Nordseebad zum Nordseeheilbad erklärt. Dies brachte einen ungeheuren Aufschwung und unzählige Kurgäste mehr nach Büsum. Der Rekord lag später bei 16.000 Kurgästen und mehr als 160.000 Tagesgästen, wobei die Kurverwaltung mit ihrem Kurgastzentrum und dem Kurmittelhaus meist erster Anlaufpunkt der Gäste war.

1987 zählte Büsum noch über 5.000 Einwohner, doch danach sank die Einwohnerzahl wieder unter 5.000 ab. Die wirtschaftliche Rezension in Deutschland (die hoffentlich nun ihren Höhepunkt erreicht hat und nun wieder eiligst zurückgehen darf) veranlaßte viele Büsumer Bewohner, in die Städte wie Hamburg, Kiel oder Bremen zu ziehen, um dort Arbeit zu finden. Dennoch entwickelte sich Büsum ständig weiter. 1996 konnte die "Seemeile" eingeweiht werden, welche eine überdachte Ladenpassage mit 21 Geschäften und Gaststätten ist, im Herzen von Büsum in der Fußgängerzone.

Außer den Geschäften stehen den Gästen in Büsum viele Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung. Ob es die Ausflugsfahrten mit dem Schiff sind, das Surfen auf den Meereswellen oder Sportmöglichkeiten wie Tennis oder Golfen (bei Warwerort), so stehen dem Wohl unzählige Restaurants, Kneipen, Discos und andere Lokale den Gästen zur Verfügung. Büsum braucht da selbst sogar keinen Vergleich mit Düsseldorf und seiner (angeblich) längsten Theke der Welt in deren Altstadt zu scheuen. Denn wie in dieser Düsseldorfer-Altstadt ist auch in Büsum immer was los. Selbst im Winter, wenngleich zu dieser Jahreszeit nur die hartgesottenen Winterwetterfreunde ihren Weg hierhin finden, hat noch so manche Lokalität geöffnet. Doch so viel Freizeitangebote Büsum auch hat, eines darf man nicht vergessen, alles hat seinen Preis.

Wurde früher zusätzlich durch Piraterie der "Reichtum" gemehrt und Fremden um ihr Geld erleichtert, so sind es heute nebst Parkplatzgebühren die Kurtaxen und die feschen Preise, die dem Touristen ihr Geld entlocken. Doch so teuer wie Sylt ist Büsum noch lange nicht und die Preise sind in vielen Bereichen überaus günstig und tragbar, selbst für Familien mit mehreren Kindern. Das wichtigste aber ist, daß man sich in Büsum hervorragend vom Alltagsstreß erholen kann, entweder die Ruhe genießend in einem Strandkorb und dabei die meeresfrische "Champagner"-luft einatmend oder bei stillen Wanderungen durch das Watt. Wer es fideler mag, der schließt sich Musik und Tanz auf dem Watt an oder hebt sein Tanzbein abends auf See, auf einem der Ausflugsschiffe. Was soll man noch mehr zu Büsum sagen? Nur noch eins: Büsum ist eine Reise wert, für Tage - wie für Wochen!

Zeittafel zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins 1400-1999


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